Sonntag, 4. Juni 2017

All in Array in MAY


Klar, wir können auch deutsch. "Alles neu macht der Mai" zum Beispiel. Aber erstens klingt das so abgedroschen, und zweitens trifft es nicht so ganz unsere Situation. Zum Einen ist bei uns seit Monaten immer alles neu gemacht, und zum Anderen bereitet sich jetzt erst das vor, was ansonsten im Mai schon sichtbar ist: Die Natur, soweit wir sie als kulturellen Beitrag selbst gestalten, bedeutete im vergangenen Monat das Aussäen von Wildblumen und Bodenverbesserern.
Klee als Bodenverbesserer auf sehr lehmhaltigen Boden
Es ist schon interessant zu beobachten, wie einem auch ohne Plan die Arbeit von der Hand geht. Den Plattenweg fingen wir im nassen Februar zu legen an, um uns überhaupt über die unwegbare Masse aus Lehm und Erde bewegen zu können. Wir geben uns nicht der Illusion hin, dass wir aus diesem Stück hinter dem Haus ohne viel Arbeit einen Garten Eden schaffen - aber ein kleines Stück Fläche ohne den typischen Bewuchs mit Farnen, Brombeeren, Nesselkräutern und Stechginster wäre doch schon einmal 'was!

Mehr Arbeit steckten wir bekanntlich in die Versickerungsfläche, die jetzt endlich fertig ist. Die Absperrung grenzt die Fläche in etwa ein. Sie darf nicht mit tiefwurzelnden Pflanzen bedeckt werden - also haben wir eine Wildblumen-Saat-Mischung darauf gesät - hoffentlich wird es im Sommer eine schöne Wiese. Die Erde ist auch hier nicht die beste, aber oberflächlich zumindest aufgelockert und Felsbrockenfrei.

So jedenfalls sah es vorgestern aus:

Der vergangene Monat hat weiterhin viele vorbereitende Arbeiten am Haus mit sich gebracht. Zwei davon sind unten zu sehen: Mit der blauen Membrane wurde das Haus fast komplett verpackt. Die Latten für die im Sommer aus Deutschland kommende Holzverschalung halten sie in Position. Und ums Haus herum wächst die Fläche für die Holzterrasse. Das größte Stück davon ist hier zwischen Eingangsbereich und Küche zu sehen.


An der Wohnzimmerseite wird die Terrasse von der einen bis zur anderen Nebeneingangstür gezogen. Hier noch nicht ganz fertig...

Um die Dachüberstände zu verkleiden, wurde ein Gerüst aufgebaut. Und bei der Gelegenheit wurde am regnerischen ersten Juni-Tag in den Nordostgiebel der Fensterausschnitt geschnitten:

Hier Sigis' zukünftiger Schlafzimmer-Ausblick nach Nordosten:

Der Schuppen ist über das Vorbereitungsstadium hinaus. Noch ist er nicht das, was uns als Endergebnis vorschwebt, aber als geschützter Werkraum funktionsfähig. Zum Bootslackieren reicht es jedenfalls. Ein Dach, vier Wände, eine Rolltür im Osten, eine Eingangstür im Norden, fertig ist die Laube - bzw. der Schuppen.

Der Schuppen ist so wichtig, weil hier die Stromkabel zuerst angeschlossen werden sollen. Seitdem wir mit dem Hausprojekt angefangen haben, arbeiten wir mit Generatoren - mittlerweile 5 Monate!
Jetzt kann es langsam losgehen... denken sich auch die Elektriker Ger (am Telefon) und Paul (auf Knien) - hoffnungsfroh begutachtet von Alastair, der neben Jens am öftesten unter dem Generatoren-Krach zu leiden hat.

Wenn in der nächsten Woche hoffentlich der Strom angeschlossen wird, haben wir zunächst im Schuppen Steckdosen und Licht zur Verfügung.
Später bauen wir in alle vier Wände einige der Fenster ein, die jetzt das Haupthaus "zieren". Für den Schuppen sind sie gut genug, und erst dann macht Sinn, dass wir ein zweites Stockwerk eingezogen haben...


Auf jeden Fall passt die Jolle hinein... :-)



Sonntag, 7. Mai 2017

April, April...

April, April...


... macht was er will - allerdings nicht so sehr in West Cork. Während das Wetter in Hamburg sehr unterschiedlich (und zum Beispiel über Ostern gruselig kalt) war, hat sich in West Cork der Frühling von seiner schönsten Seite gezeigt.
Größere sichtbare Veränderungen in Coolcaha gibt es trotz unseres zwischenzeitlichen Hamburg-Aufenthalts einige. Und diese Veränderungen haben enorm dazu beigetragen, das Haus zu unserem zu machen.
Da sind vor allem die ersehnten Dachfenster: Da das Obergeschoß ursprünglich keine Genehmigung als bewohnter Teil des Hauses hatte, waren die Lichtdurchlässe entsprechend klein. Auf dem Foto unten ist zu erkennen, dass wir dem beigekommen sind, indem wir zunächst die kleinsten Velux-Fenster (siehe den Ausschnitt, in dem Alastair sein linkes Bein drin hängen hat) gegen größere austauschten. Die kleinen VELUX-Fenster sind jetzt in den neuen Anbau "gewandert" und machen den 5 Quadratmeter kleinen, aber sehr hohen Eingangsraum noch luftiger.

Jetzt haben wir viel mehr direktes Sonnen-Licht im Obergeschoß und vor allem im Badezimmer - und zukünftig durch eine Milchglas-Badezimmertür auch im Treppenhaus.
Und weil das noch nicht genug war, und zudem die Aussicht nach Nordwesten auch seine Reize hat, wird das Treppenhaus zusätzlich durch ein Dachfenster aus dieser Richtung erhellt.

Als letzte in Sachen Dachfenster kam die Küche dran. Mitten durch die sie hindurch geht die Linie, an der Hauptdachgiebel und ein wesentlich kleiner Vordachgiebel aneinander grenzen; warum die Planer das einst so konzipiert hatten, bleibt wohl ein Rätsel. Auf jeden Fall befindet sich über dem südwestlichen Teil der Küche ein Dachgeschoß ohne Zugang und Stehhöhe - ein verschenkter Raum! Als wir die Zwischendecke einmal anlüfteten, bestätigte sich, was wir erahnt hatten: Das Dach ist natürlich nicht wärmegedämmt. Uns hat zum einen das mißfallen, zum Zweiten aber auf die Idee gebracht, die Zwischendecke ganz heraus zu nehmen (vielleicht die Dachträger bzw. die sogenannten Untergurte stehen zu lassen) und der Küche mehr Kopfraum zu gewähren. Doch schnell weitete sich die Idee auf einen Plan aus: Warum nicht erstens zusätzliches Licht durch Oberlichter hinein bringen, oder und zweitens außerdem die Küche nach oben durch Veluxfenster lüften zu können?
Gedacht - getan! Alastair hat die Untergurte lotrecht unterhalb der zukünftigen Unterkante der Dachfenster abgeschnitten und die Dachsparren und damit das Gewicht des Daches mit Pfetten in den Giebeln abgefangen. Die im Weg liegenden Dachsparren sind - wie unten zu sehen - bereits auf Fensterbreite modifiziert.
Bei all diesen Überlegungen sind uns übrigens drei verschiedene Dachfensterhersteller untergekommen, von denen unsere unterschiedlichen Wünsche immer nur jeweils einer bedienen konnte. Die Unterschiede zwischen den jetzt vorhandenen 9 Fenstern sind allerdings nicht wesentlich, was das allgemeine Antlitz des Hauses betrifft.

Unser Schuppen nimmt auch endlich Gestalt an. Die Wände wurden zwei Fuß hoch mit Beton gegossen und eine Tür - Second-Hand gekauft - probehalber eingepasst...


Kurz danach hängt die erste Metallplatte an der Südwand. Die merkwürdig anmutenden Holzkonstruktionen hinter und links von Dermots' Beinen sind Platzhalter für zukünftige Fensterausschnitte; unsere jetztigen Wohnzimmerfenster werden dort hinein passen.
Und dann ist der Schuppen plötzlich fertig... (na ja - fast. Das Rolltor wird bis Ende Mai eingebaut - und auf das Dach sollen ja noch Solar-Kollektoren.)

Auch das Thema "Abwasserbehandlung" kommt allmählich zum Abschluss. Nachdem wir beschlossen haben, hinter den Fäkalientank ein zusätzliches Filtersystem einbauen zu lassen, wurden wir - bedingt durch unseren Hamburg-Trip - in der zweiten Aprilhälfte vor vollendete Tatsachen gestellt. Für kurze Zeit prangten zwei große grüne Kästen, gefüllt mit Torf, sowie ein schwarzer "Rundturm" zwischen Fäkalientank und Versickerungsfläche. Während grüne Kästen und Tank später halbwegs im Verborgenen ihre Arbeit verrichten werden, wird uns der Anblick der Oberseiten der grünen Kästen und des oberen Teil des "Rundturms" wohl erhalten bleiben; vielleicht eignet sich letzterer ja als Sitzgelegenheit der besonderen Art...



Von oben links nach vorne: Schaltkasten für Elektropumpe, Doppelkammer-Abwassersammler, Pumpen-Tank, Torf-Filterbecken, Verteilerbox, perforierte Versickerungsrohre
Jetzt warten wir, bis sich die mit der vorhandenen mittelprächtigen Erde aufgeschüttete Fläche gesetzt hat, bevor wir dort irgendetwas anpflanzen. Aber gestalterisch ist trotzdem schon einiges möglich.
 
Hatten wir bereits davon gehört, dass Pavel ein ganz hervorragender Steinsetzer ist, konnten wir uns jetzt das erste Mal "live" von seinen Fähigkeiten überzeugen; es ist nur eine kurze Treppe geworden, und die Fotos geben es nicht so richtig wieder... "Big Lebowski" jedoch würde sagen: Die Treppe hat den Garten erst so richtig schön gemacht. Die senkrechten Rohre sind übrigens die Entlüftungen für die Versickerungs-Fläche. Sie werden noch abgesägt und mit kleinen Deckeln versehen - nach der umfangreichen Filterung unserer Abwässer erwarten wir allerdings wenig Bedarf für eine Entlüftung übel riechender Art.

Zum Schluß ein bißchen Kunst? - Nicht ganz, auch wenn es so anmutet, als hätten wir das Ehepaar Christo eingeladen, unser Haus in blauer Folie zu verpacken.
Es ist jedoch nur der erste Schritt zur Einkleidung der Außenwände mit einer Holzverschalung. Die Membrane ist - mit einem schönen Gruß an Jens' alte Biolehrerin - semipermeabel, soll also Regen draußen halten, aber von innen Feuchtigkeit nach außen abführen können...
Die Linie aus Holzklötzchen vor (von links nach rechts) Küche, Ess- und Wohnzimmer wird übrigens die zukünftige Grenze der Terrasse bilden. Doch dazu weiteres bei einem nächsten Mal.

Samstag, 1. April 2017

Im Märzen...


... der Bauer... Nein, dieses wird noch kein Post über unsere ersten Kartoffeln, oder darüber, dass vermeintliche Vierbeiner den Weg in einen Gemüsengarten gefunden und alles leergefressen haben. Gemeint ist natürlich weiterhin unser Hausbau und alles, was damit in unmittelbarer Nähe zusammenhängt. Und mit letzterem fangen wir heute an: Anfang des Monats haben wir neun sehr schwere und rohe Doppel-T-Träger angeliefert bekommen; diese mit Owatrol-Öl und mehreren Schichten übrig gebliebenen Yachtfarben zu streichen, hat uns über die erste meist nasse Märzwoche hinweg beschäftigt - zum Glück ist das Wohnzimmer noch für so etwas zu gebrauchen :-)
Schöner wäre es gewesen, die Träger nicht ständig in gebückter Haltung zu bearbeiten. Unsere Rücken haben es überlebt, aber unsere IKEA-Holzböcke hätten es vermutlich nicht...
Die mit sechs Farbschichten versehenen Träger aus dem Wohnzimmer heraus zu befördern, schaffte nicht nur dort wieder Platz für andere Baumaterialien, sondern auch die Befriedigung, dass es jetzt auch mit dem Bau des Schuppens voran gehen konnte - dafür sind diese Träger nämlich vorgesehen.
Und ein paar Täge später standen sie schließlich an ihrem Bestimmungsort. Das Foto gibt zum Glück nur unzureichend die Größenverhältnisse von Schuppen und Haus wieder; ersterer fügt sich ganz harmonisch in das Gesamtbild ein. Der Schuppen wird die Grundfläche von 6 mal 8 Metern und - wie auf dem Foto zu erkennen - ein Schräg- oder (wie es offiziell heißt) Pultdach haben. Man fragt sich in diesem Zusammenhang, ab welchem Gefälle ein Pult zum Arbeiten unpraktisch wird. Aber gearbeitet werden soll tatsächlich auch auf diesem Dach: Solarpaneele sollen in Zukunft einen Teil der Stromversorgung darauf liefern. Auf der Südseite - entlang der kürzeren Pfosten - soll später übrigens unsere jetzige Wohnzimmer-Fensterfront (siehe Foto ganz oben) ihren neuen Platz finden. Aber das ist eine Geschichte für einen nächsten Blog-Eintrag...
Unsere zweite Unmittelbar-In-Der-Nähe-Baustelle ist die vielleicht wichtigste für viele weitere Bauschritte: Der neue Anbau als Eingangs-und-Wirtschaftsraum wird die Zentrale jeglichen Zustroms in das Haus werden. Damit sind nicht nur unsere Leser als zukünftige Gäste gemeint, sondern auch die Elektro- Wasser- und Gaszuleitungen werden hier ankommen.  
Auf dem oberen Foto haben wir gerade die erste Wand aufgerichtet, mit dem Haus und dem dafür frisch gegossenen Beton verschraubt und zum Heraus- bzw. Hineingucken freigegeben. Gut, dass wir als Bauherren soviel Zeit auf der Baustelle verbringen können: Noch während die erste Wand errichtet wurde, konnten wir uns Gedanken machen, und umentscheiden, was die Dachkonstruktion betrifft. Unsere ursprüngliche Idee mit einem Flachdach auf dem rechten Teil des Anbaues haben wir zugunsten eines - parallel zum Hauptdach verlaufenden - zweiten Satteldaches rechts des Zwerchdaches über dem jetzigen Eingang aufgegeben. Doch noch einmal zum Foto oben: Zwischen den beiden Fensteröffnungen wird in Zukunft eine Trennwand zum Wirtschaftsraum verlaufen, in dem Wärmepumpe, Waschmaschine, Waschbecken, Hauptsicherung und Notfall-Gastherme ihren Platz finden werden. Ein Eingang wird von draußen (links neben der roten Gasflasche) in diesen Raum hinein- ein weiterer in den Vorraum heraus führen. Die Haupteingangstür wird zukünftig dorthin zeigen, wo das gelbe Stromkabel auf dem Foto hinführt - und wie der natürliche Drang einen zum und in das Haus leiten wird. Eine weitere Tür wird den Zugang zum Gartenbereich ermöglichen. Zugegeben - vier Türen sind für eine Grundfläche von gerade einmal 16 Quadratmetern reichlich viele, aber mit weniger macht es auch viel weniger Sinn: Der Eingangsbereich soll willkommend und einladend werden, der Wirtschaftsbereich vom Haus deutlich getrennt, doch gut von draußen zugänglich sein; zum Gemüsegarten einmal um das ganze Haus herumzulaufen oder sich rechts zwischen Anbau und Felsen vorbei zu quetschen, möchten wir uns (und auch niemandem Anderen) nicht dauerhaft zumuten.
Der blau verpackte Raum wird also der Wirtschaftsraum, in dem wir auch unartige Kinder einsperren können... ach, nee - so etwas ist ja nicht mehr zeitgemäß; außerdem könnten sie ja die Waschmachine missbrauchen oder die Heizung auf unerträgliche Temperaturen hochregeln...
Übrigens sind unsere beiden Arbeiter nicht mit den Christos verwandt - die Wände des Anbaus werden mit einer atmungsaktiven Folie versehen, die die berüchtigte irische Feuchtigkeit draußen halten soll. 
Alastair, als gebürtiger Ballydehob'ler viel in Deutschland herumgekommen, ist erfahrener Bautischler und unglaublich schnell und gründlich. Pavel (der auf der Leiter) ist aus Estland und hat uns schon vorher bei den Erdarbeiten geholfen. Seine Vielseitigkeit wird uns noch sehr von Nutzen sein; wir haben ihn für ein halbes Jahr für einen bis drei Tage pro Woche angestellt.
So sah der Anbau am 31. März aus. Die Fläche davor wird eine (geschützte) Terrasse.
Das Gerüst unseres Badezimmers im Obergeschoss haben Alastair und Pavel übrigens so schnell fertig gestellt, dass wir nicht einmal den Arbeitsprozess fotografisch festhalten konnten... hier nur das Zwischen-Ergebnis. Wenigstens wird dieses Foto vermutlich - ähnlich wie beim Anbau - die letzte Gelegenheit bieten, den inneren Aufbau zu erklären. Von links angefangen, wird eine Schiebetür aus lichtdurchlässigem Kunststoff das Treppenhaus am linken Bildrand erhellen helfen. Links von der Tür (bzw. auf dem Bild recht von ihr) ist der bereits installierte Toiletten-Spülkasten zu erkennen. Rechts daneben wird ein großzügiges Waschbecken den Streit vermeiden helfen, wer zuerst Zähne putzen darf... Rechts hinten wird ein großer Heißwassertank nicht nur die Küche, sondern natürlich auch eine Dusche im Untergeschoß versorgen - sowie eine Badewanne, die hinter der Wand im Vordergrund und unterhalb eines in näherer Zukunft größeren Dachfensters ihren Platz finden wird.

Inzwischen haben auch die Elektriker angefangen, das Haus auf den Kopf zu stellen. Überall hängen Kabel von der Decke, und die Wände weisen etliche Einschnitte für die Kabelkanäle, Schalter- und Steckdosenplätze auf. Wichtig ist, nicht zu vergessen, dass der Fußboden noch um 5 Zentimeter höher kommt. Außerdem stellte sich natürlich die Frage, wieviel die fertigen Wände noch auftragen werden. Für die Wände zwischen den einzelnen Räumen ist die Beantwortung relativ leicht - die werden nur dünn verputzt. Doch die Außenwände geben uns noch Rätsel auf: Wie dämmen wir sinnvoll eine doppelwandige (jeweils 10 Zentimeter dicke) Betonsteinmauer mit einem Hohlraum, der recht schlampig mit Polystyrol-Platten verfüllt wurde?
Übrigens... Gepflanzt haben wir auch - wie es sich für die Jahreszeit gehört: Etwa einhundert Büsche und Bäumchen gesetzt, sowie diverse Blumen ausgesät. Viel her geben Fotos davon nicht - alles ist sehr klein und weit verstreut. Immerhin bekommt Ihr vielleicht von der Aufnahme unten eine Ahnung von einem Weg durch unsere Pflanzungen auf dem Nordhang hinter dem neuen Anbau...
P.S. Wer auf dem Foto unten genau hinguckt, kann unser erfolgreiches Recycling erkennen - wisst Ihr noch, was die Bretter links mal waren?
P.P.S. Wir freuen uns auf Hamburg. Vom 11. bis 20. April sehen wir nicht nur viele Verwandte und Freunde, sondern haben auch die Gelegenheit zum "Browsing Around" nach Baumaterialien, Bad-und Kücheneinrichtungen. Und Jens freut sich besonders auf das Fahrradfahren in der Stadt. Allmählich macht das in Hamburg nämlich immer mehr Spaß!

Sonntag, 5. März 2017

Februar-Tristesse? - Mitnichten!

Nachdem der überwiegend trockene Januar außerordentlich nass endete, verhielt sich der Februar in etwa wie eine typisch Hamburger April: Von allem etwas dabei! Für viele Arbeiten um und am Haus in Coolcaha war das kein Hindernis. Kurz zusammengefasst waren das: Brunnen-Bohren, Versickerungs-Fläche aufschütten, Drainage- und Abfluss-Rohre-Verlegen, Büsche- und Bäume-Pflanzen, Klempnern und Betonschüttungen.
Doch nun zu den Einzelheiten: Eines Morgens bei herrlichstem Wetter kam der Brunnenbohrer, um vorsichtig an der Dachtraufe vorbei bis an unseren zukünftigen Wirtschaftsraum heran bugsiert zu werden. Dort aufgestellt, ging es über einige Stunden mit viel Getöse und grauem, zähen Bohrschlamm bis auf eine Tiefe von 120 Metern. Rohr für Rohr wurden aneinandergesteckt und in der Tiefe verenkt; und der ganze Aufwand, um diese Rohre hinterher mit Kies wieder zuzuschütten?


Nun, in diesem Falle war es zunächst ein 240 Meter langes Stück Schlauch mit einem durchlässigen U-Stück in der Mitte, das in dieses Rohr eingeführt wurde - das Herzstück einer geothermischen Tiefbohrung: https://youtu.be/juN84-64hZs
Nachdem diese Bohrung abgeschlossen wurde, kam es am darauf folgenden Tag zur nächsten - dieses Mal für einen klassischen Trinkwasserbrunnen. Anders als in unseren bisherigen Mietshäusern in Meeresnähe ist der Norden Ballydehobs' weitestgehend unerschlossen, was eine zentrale Trinkwasserversorgung betrifft. Uns kümmert es - abgesehen von den Kosten für die Bohrung nicht - schmeckt das "Mains Water" doch meistens scheußlich und steht aufgrund seines Hauptzusatzes Fluorid im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. Es kostet zwar nichts - nach zwischenzeitlichem Einbau von Wasseruhren und zeitweiser Erhebung von Gebühren, die aber nach Bürgerprotesten wieder abgeschafft wurden; aber wozu schlechtes Trinkwasser verwenden, wenn wir besseres bekommen können?

Inzwischen gingen für uns die Arbeiten an der anderen Seite des Wasser-Systems weiter: Der Abwassertank ist - wie im letzten Post geschildert - eingebaut; jetzt hieß es, die Fläche zum Versickern der überlaufenden Flüssigstoffe zu bereiten. Hierfür wurden im Januar die ersten Arbeiten mit dem großen Bagger abgeschlossen. Mit einigen Helfern sowie einem kleiner Bagger nebst Mini-Dumper bauten wir mehrere Schichten auf. Zwei unterschiedliche Stärken von Kies bilden die Grundlage: 30 Zentimeter 1/2 Inch auf weiteren 30 Zentimerten 3/4 Inch groben Kies. Mit Harken ebneten wir die Fläche ein, um danach die vorgebohrten Versickerrohre zu verlegen:
Während wir zusammen mit Bagger und Dumper die Rohre hinterher mit einer weiteren Kiesschicht zudeckten, war der Brunnenbohrer noch dabei, den Trinkwasserbrunnen auf unserem zukünftigen Schuppengelände und Parkplatz fertig zu bohren:https://youtu.be/saiz_bv1zuQ
Zum Schluss wird die Versickerungsfläche mit einem halben Meter Erde aufgeschüttet... Theoretisch. Inzwischen waren zwei Probleme aufgetreten: Erstens war alle Erde ringsherum dermaßen mit Regenwasser vollgesogen, dass der Bagger sie kaum verarbeiten - geschweige denn, auf der aufgeschütteten Fläche fahren konnte, ohne die darunter liegenden Rohre zu beschädigen. Und zweitens kamen uns langsam Zweifel auf, ob die Fläche das versickernde Schwarzwasser ausreichend verarbeiten könnte, ohne unsere Nachbarin zu belästigen - deren Grundstück sich links unterhalb der Fläche befindet. Also beißen wir wohl in den sauren Apfel und werden zwischen Sammeltank und Versickerungsfläche eine Filter- und Torf-Anlage einsetzen, die das Schwarzwasser zu Gelbwasser verarbeiten soll... Doch auf die Anlage müssen wir wohl noch bis März warten.

Wenden wir uns anderen Dingen zu. Da sind zunächst die Regenwassermengen, die vom Haus weggeleitet werden müssen. Überall sind Gräben ausgehoben worden, die wir jetzt nach und nach mit Drainage-Rohren versehen und wieder zuschütten; einige Hundert Meter an Rohren sind bereits verlegt, einige Hundert mehr werden noch folgen. 
Vom zukünftigen Gemüsegarten aus gesehen

Der Schlauch im Vordergrund soll die Bewässerung des Gartens vom Schuppendach aus ermöglichen.
 

Leider ist neben der Versickerungsfläche auch ein weiterer - entscheidender - Bauschritt noch nicht abgeschlossen: Weil der lange geplante Schuppen über das Stadium der Betonschüttungen für die Eckpfosten und die Anlieferung letzterer noch nicht hinaus gekommen ist, werden wir auch noch nicht an das Stromnetz angeschlossen; der Anschluß soll nämlich in den Schuppen hinein und von dort aus zusammen mit dem Brunnenwasser und dem Gas zum Kochen in einem Leerrohr hinüber zum Haus geführt werden. Als Folge solcher Verzögerungen schließen sich bekanntermaßen andere an, und so werden zum Beispiel einige Arbeiten mit Hilfe eines Generators geleistet, andere mit Hand.
Immerhin brauchen die Klempnerarbeiten so gut wie keinen Strom, und so sind die Vorbereitungen für die Fläche unterhalb des zukünftigen Eingangsbereiches weit gediehen. Die Abflußrohre für die beiden Badezimmer sind gelegt, und der folgende Film zeigt, dass das System einwandfrei funktioniert: https://youtu.be/k9aqebMsEjQ 
Aufgrund des schlechten Wetters bietet sich jetzt das Arbeiten im Haus selbst an: Unser Vermieter in Cappaghglass ist Architekt und Bauunternehmer im "Un-Ruhestand". Seitdem er sein Bauunternehmen abgewickelt hat, widmet er sich Projekten, die es ihm angetan haben. Er war es, der uns dieses Haus vermittelt hat. Und er ist es, der uns durch die meisten der bisherigen Bauschritte begleitet hat - unentgeltlich. Sein großes Hobby, die Klempnerei, läßt er sich allerdings bezahlen. So kommt er jeden Tag auf die Baustelle, bastelt ein wenig herum und fährt dann zur nächsten Adresse... Er ist immer erreichbar und wird uns mit seinem Wissen um alternative Energieversorgung, allgemeines Wissen um den Hausbau und die speziellen irischen Verhältnisse noch eine große Hilfe sein.
Wenn es jedoch zum Thema Holz kommt, können wir unsere eigenen Erfahrungen einbringen; wir freuen uns auf den Innenausbau, und kürzlich ist es uns tatsächlich zum Nutzen gewesen, dass wir vor vier Jahren auf unserem ersten Transport mit dem Anhänger unsere bescheidenen Holzbestände mitgebracht hatten:
Ausgleichbrett für den Fußboden im Obergeschoss

Zum Abschluss mal ein paar Vorher/Nachher-Fotos:
Der Eingangsbereich wurde vergrößert.
Die Auffahrt wurde entwässert und verbreitert
Sommer 2016: Viel Grün, aber auch viel Wasser

So sah es Mitte Januar aus; inzwischen sind die Rohre vom rechten Bildrand in der Erde hinter dem Bagger.

Zugegeben - das wilde Grün von einst hatte das gewisse Etwas, und jetzt sieht alles sehr wüst aus. Aber keine Sorge: In Irland wächst alles schnell wieder zu. Zu schnell, was Brombeeren, Weiden und Wildkräuter betrifft... Helft Ihr uns jäten?



Sonntag, 5. Februar 2017

Baggerfans aufgepasst!

Januarmorgen in Coolcaha
Anfang Januar -  und wir legen so richtig los! Das heißt, wir lassen 
loslegen. Stephen, der Baggerfahrer ist für zwei Wochen unser erster 
bezahlter Arbeiter. Bevor er jedoch seine Greifer ausfährt, fällen wir 
etliche Weiden, die seit Stilllegung der Bauarbeiten vor etwa 7 Jahren 
überall aus dem Boden gesprossen und scheinbar unaufhaltsam in 
ihrer Ausbreitung sind.
Von dort, wo Stephen gerade arbeitet, bis an den rechten Bildrand standen etwa ein Dutzend drei bis fünf Meter hohe Weiden, die wir - nebst diversen weiteren Weiden - zusammen mit Freunden gefällt und zu Kaminholz verarbeitet haben. Die übrig gebliebenen Zweige haben wir an mehreren Nachmittagen verbrannt. Zu Anfang machte das noch Freude, und die Stöße brannten schnell nieder. Später kamen jedoch die Wurzeln der Bäume und jede Menge an Stechginster-Monstren hinzu, die vom Bagger einfach zusammengeschoben wurden; ein echter Viereck-Osterfeuerbauer schlägt die Hände über dem Kopf zusammen.
Das kleinste der Feuer
Kaminholz
Nachdem um das Haus herum viel Platz geschaffen war, ging es daran, Gräben auszuheben. Das Haus steht zwar auf einer Anhöhe, doch überall bietet der Fels große Taschen, in denen nach Regenfällen (aber auch durch aufsteigendes Grundwasser) immer wieder Pfützen stehen. Allein die Entwässerungsgräben hierfür erstrecken sich über eine Distanz von 350 Metern, die demnächst mit perforierten Rohren versehen und wieder zugeschüttet werden müssen. Dazu benötigt der irische Hausbesitzer auf dem Lande eine Brauchwasser-Entsorgung, was generell weitere 150 Meter an Gräben sowie den entsprechenden Rohren vorsieht. Dazwischen wird eine Klärgrube mit einem Betontank gesetzt.
Vom Tank ausgehend soll das geklärte Wasser später in der sogenannten Percolation Area versickern. Dieses Areal von etwa 10 mal 20 Metern Grundfläche hat bisher die größte Veränderung auf dem Grundstück bedeutet; wo vorher eine immer nasse Graslandschaft mit vielen Brombeeren und Weiden war, ist jetzt der Boden um bis zu einem halben Meter aufgeschüttet worden - mit Felsenschotter, der rundherum gebrochen wurde. Darauf kommt eine Schicht Kies, damit die darauf platzierten Rohre nicht verletzt werden. Die Rohre sind die auch in Deutschland üblichen braunen Abwasserrohre. Weil die perforierten Rohre sehr teuer sind, versehen wir einige der normalen in Handarbeit alle 7,5 Zentimeter mit drei Löchern. Ein Loch unten - auf der 6-Uhr-Stellung sozusagen, und jeweils ein Loch auf 4 und 8 Uhr.



Danach werden die Rohre mit einer weiteren schützenden Schicht Kies aufgeschüttet, oben herauf kommt eine Plane, die verhindern soll, dass Wurzeln in die tiefer liegenden Schichten eindringen können. Und ganz oben auf kommt Erde und was auch immer wir dort pflanzen oder anlegen.
Um das Haus herum hat sich die Grundstücksansicht inzwischen gewaltig verändert - kein Stein liegt mehr auf dem anderen. Im wahrsten Sinne des Wortes; viel von dem gebrochenem Felsen kommt vom Hang, der vorher sehr dicht an der Nordwestseite des Hauses das Haus zu erdrücken schien. -  In unserem zukünftigen Eingangsbereich möchten wir doch Gäste empfangen!
Hier einmal ein Vorher-Nachher-Eindruck:
Erste Weidenfällung Ende Dezember - im Hintergrund der bewachsene Hügel
Ende Januar: Alles an Ginster ist ausgegraben, der Felsen in Terrassen heruntergebrochen
Ein bißchen weh tun sie schon, all diese drastischen Veränderungen. Aber besonders hier waren sie notwendig. Zum einen bedeuten Stechginsterbüsche eine enorme Brandgefahr, die man besonders dicht am Haus nicht haben möchte. Zum anderen braucht das Haus bzw. seine Bewohner ein wenig Luft zum Atmen, besonders an der oft düsteren Nordseite. Zum Dritten haben wir mit den gewonnenen Metern noch ein paar weitere Dinge vor - doch dazu später einmal.

Unsere nächsten Projektschritte: Thermal-Heizungs-Brunnenbohrung am Hauseingangsbereich sowie in einem Aufwasch die Trinkwasser-Bohrung auf dem jetzigen Parkplatz; danach Aufbau eines großen Lager- und Werkschuppens an selbiger Stelle; Abschluss der Erd/Steinbewegungen; Verlegung von Ab/Wasser/Heizungs-Leitungen und Stromkabeln; Anfang der Umbauten im und um's Haus.
neu gewonnener Platz für einen großen Schuppen