Sonntag, 5. August 2018

Blue is the Colour

Über Südwest-Irland war der Himmel im Juli meistens blau und wolkenlos. Zumindest regnete es bis auf die letzten Tage des Monats kaum einmal. Alle Arbeiten unter freiem Himmel gerieten durch die ungewohnten Temperaturen recht anstrengend, aber überwiegend ist nach wie vor innerhalb des kühleren Hauses zu tun. Immerhin sind wir wie versprochen regelmäßig auf unseren Pfaden unterwegs; wir hatten weitere Filme über die Wege auf unserem Grundstück versprochen - hier ist der nächste: https://youtu.be/2jjRoHT9ADU (4:00 min). Er zeigt den Weg von der Versickerungsfläche hinunter zum Grundstück unserer Nachbarin Damaris, bevor er dann nach rechts abknickt und zu unserer neuesten Tangente durch den östlichen Teil unseres Grundstückes führt. Da er sich entlang einiger sehr prominenter Birken orientiert, nennen wir ihn naheliegender Weise "Birch Path". Er ist viel offener und weniger geschützt als der Erste Pfad, bietet dafür einige sehr interessante Plätze, die wir entwickeln könnten. Gehen wir den Pfad wieder gemeinsam ab:
min 0:39 Das Haus, welches hier in Sicht kommt, steht jenseits des östlichen Grundstückrandes auf der anderen Straßenseite. Es ist weit und breit das einzige typisch irische in dieser Gegend. Nach dem Schwenk nach rechts kommt wieder Williams' Windturbine und rechts daneben der Mount Gabriel in Sicht. Wir befinden uns nur etwa 20 Meter südlich des "First Path".
min 1:05 Ab hier beginnt der neu geschlagene Pfad mit der Hauptrichtung nach Südwesten. Vorstellbar ist, dass dieser Pfad schon in frühereren Zeiten existierte, zumindest für Rinder, die dem Vorbesitzer gehör(t)en. 
min 1:17 An der ersten "größeren" Birke ein Linksschwenk, der auf einen der typischen Schieferfelsen in unserer Gegend zuführt. Rechts hiervon verläuft ein kleines Feuchtbiotop - vielleicht später einmal ein Teich.
min 1:26 An der nächsten Birke wieder zurück auf die Hauptrichtung und weiteren Birken entgegen. Hier gäbe es ein paar schöne Plätze für besondere Pflanzen, eine kleine Terrasse oder gar ein Pavillon.
min 1:45 Wir passieren mehrere Birken, bevor das gelände allmächlich etwas nach vorne abfällt. Hier queren wir gleich eine Drainagerinne für das Feuchtbiotop - ideal zum kontrollierten Aufstauen von Wasser.
min 2:11 Ab hier geht es links des Felsens zum Teil sehr steil zu Damaris hinunter. Der Pfad selbst hat nur ein paar Passagen, die zukünftig mit ein paar Stufen oder Rampen leichter passierbar gemacht werden können.
min 2:59 An der größten Birke des Pfades angelangt ändert sich die Topografie: Gräser und vereinzelte Büsche machen jetzt Heide und Stechginster Platz, sowie in der niederen Lagen viel Farn.
min 3:14 Im Hintergrund ist eine Leiter zu sehen, die zwei weitere Pfade miteinander verbindet, die wir in einem nächsten Post vorstellen werden. Wir befinden uns jetzt etwa in der Mitte des Grundstücks, aber wieder nur wenig mehr als 20 Meter vom "First Path" entfernt. Ab hier jedoch weitet sich das Grundstück nach links bis zur Straße hinunter, nach hinten bis zur imaginären Mittellinie zwischen Windturbine und Leiter, sowie nach rechts bis ein Stück hinter die Stelle, an die wir am Schluß des letzten Filmes gelangt waren.   
min 3:21 In der Mitte zwischen Felsen (links) und Windturbine befindet sich ein großes Feuchtgebiet mit viel Flora und Fauna - weiterhin sehr schwierig begehbar, auch in diesen trockenen Zeiten. Dahinter liegt für uns deswegen weiterhin Terra Incognita.
min 3:31 und min 3:35 Diese beiden Farnwiesen - getrennt durch den "First Path", auf den wir gleich treffen - sind durchsetzt mit Brombeeren. Wir vermuten auf diesen geschützten Flächen guten Boden. Das kleinere Feld zur Leiter werden wir zunächst einmal versuchen frei zu bekommen.
3:46 Eine letzte Birke rundet den Pfad ab, bevor wir auf den "First Path" treffen, der das Haus in einer großen Linkskurve mit dem zweiten Zugang an der Straße verbindet. Das untere Ende dieses Euch zum Teil bekannten Pfades zeigen wir Euch das nächste Mal.

Jetzt kommen wir aber wieder auf das Haus zurück. Das Vordach ist fertig:
Ein Paneel und die Regenrinne fehlen noch.....

Wir können allmählich ans Einziehen denken; im Obergeschoß ist der Fußboden fast fertig. Demnächst muss noch poliert werden - dann können die ersten Möbel hinein!


Und danach kommt der Fußboden im Erdgeschoß dran. Für dieses haben wir Paneele gewählt, die im Klicksystem zu verlegen sind. Fotos davon folgen.

Haben wir schon über Bäder gesprochen? Allmählich wird auch das Zeit. Zum Glück haben wir uns zwischen den hunderttausend Möglichkeiten der Gestaltung relativ schnell entscheiden können; die Gelegenheit, diese kleinen blauen Kacheln für lau zu bekommen, hat dabei enorm geholfen:
https://youtu.be/uiqwCLxPo4Q


Die Kacheln wollen wir in der Dusche mit dem grauem Schiefer kombinieren, der in Südwestirland den Hauptanteil der geologischen Masse ausmacht. Dazu beim nächsten (?) Mal mehr.
Und die Küche? - Eine Firma in Bantry hat uns beim Entwurf der Küchenmöbel geholfen; noch arbeiten wir daran. Aber die Struktur steht.



Die Küche ist also auf gutem Weg, an Details arbeiten wir noch. Dinge wie die Öffnungshilfen (Griffe oder Knäufe?) und irgendeine dieser blauen Farben für die Oberflächen werden noch zu entscheiden sein.

Die Älteren unter Euch werden sich erinnern: Wir hatten vor eineinhalb Jahren jede Menge Weiden fällen müssen. Seitdem hatte der gesägte Teil des Holzes auf einem unschönen Haufen im Schatten anderer Weiden oder im Blickfeld des Wohnzimmers gelegen und, gelinde gesagt, etwas stiefmüttlich behandelt vor sich hin getrocknet oder - gegammelt. Dem haben wir jetzt abgeholfen.
Da das Schuppen-Vordach inzwischen dem ersten Starkregen standgehalten hat, konnten wir ein Großteil des Holzes dort auch bei Regen sägen und trocken einlagern.
Was nicht unter das Dach passte, haben wir in kleinen Rundstapeln aufgeschichtet.
Die hübschen Mohnblumen, die sich irgendwie selbst ausgesät haben, haben wir natürlich stehen lassen...


Sonntag, 1. Juli 2018

Sommerzeit - Gartenzeit...


 ...aber nicht hauptsächlich, wie Ihr Euch vorstellen könnt. Neben ein paar weiteren Fotos wollen wir Euch in den nächsten Monaten mal wieder mit ein paar kleinen Filmen erfreuen, die wir vor kurzem gedreht haben. Sie sollen einen Eindruck davon vermitteln, was wir mit dem Grundstück bisher gemacht haben und welche Ideen wir für die Zukunft haben. Uns leitet der Grundgedanke eines permakulturellen Ansatzes, also die "Philosophie, die mit und nicht gegen die Natur arbeitet, eine Philosophie der fortlaufenden und überlegten Observation und nicht der fortlaufenden und gedankenlosen Aktion; sie betrachtet Systeme in all ihren Funktionen, anstatt nur eine Art von Ertrag von ihnen zu verlangen, und sie erlaubt Systemen, ihre eigenen Evolutionen zu demonstrieren." (Zitat nach Bill Mollison)
Dem seit der Einführung von Chemiedünger und "Un"kraut-Vernichters eingeführten Feldzug des Gärtnerns gegen die Natur oder auch dem hier weit verbreiteten des englischen Gartens widerspricht der permakulturelle vor allem im sichtlichen Ergebnis: Im Letzteren bilden Kultur- und Wildpflanzen ein Miteinander, Eingriffe in die vorhandene Flora (und damit auch Fauna) geschehen nur nach vorheriger intensiver Beobachtung der Gegebenheiten, also langsam. Der letzte Halbsatz könnte auch andeuten, dass wir (abgesehen von den Flächen rund um das Haus herum) nicht fleißig genug gewesen wären. Ja, das stimmt! - Es stimmt insofern, dass wir dem Beobachten bisher nicht genug Zeit eingeräumt haben. Aber, versprochen, das soll jetzt mehr der Fall werden!

Aber jetzt zu den Filmen, die wir bei YouTube aufgeladen haben. Den ersten präsentierenen wir Euch heute. Zur Einführung ein 15-Sekunden-Clip der direkt an der Versickerungsfläche enstanden ist, von wo aus die meisten unserer Pfade starten:
https://youtu.be/dMSJ45rljdQ

Zu dem unkommentierten Film "The First Path" (4:11 min.)
https://youtu.be/ymvT1S-k_Dk
folgt jetzt eine kleine Auflistung, was zu welcher Sekunde zu sehen ist bzw. vielleicht einmal zu sehen sein wird:

0:10 Die Holzpaletten beinhalteten vor einem Jahr Teile der Fensterlieferung; wir werden einen Kompost daraus bauen
0:45 Ab hier folgen wir dem Pfad, der zum Zeitpunkt unserer ersten Besichtigung im Sommer 2016 schon vorhanden war.
2:04 Die Windturbine im Hintergrund steht hinter der westlichen Grenze zu unserem Nachbarn William.
2:22 Auf der rechten Seite saht und seht Ihr eine ganze Reihe Weiden, die an einem Entwässerungsgraben stehen; gepflanzt haben wir hier selbst bisher nur ein paar kleine Bäumchen, die durch Holzpflöcke gekennzeichnet sind. 
2:43 Die erste Abzweigung auf diesem Pfad. Ab hier folgen wir zunächst der ursprünglich eingeschlagenen Himmelsrichtung nach Südwesten. Dieser sehr geschützte Pfad und seine unmittelbare Nachbarschaft bietet in Zukunft ungeahnte Möglichkeiten für Anpflanzung - vorausgesetzt, der Boden ist nicht zu felsig.
3:17 An einer weiteren Abzweigung ein kurzer Kamera-Schwenk; von diesem Punkt aus kommen wir in einem weiteren Film zum Kompass-Hill
3:55 Hier führt der Pfad über den Entwässerungsgraben; nach links hinunter folgend kämen wir zu einem kleinen Bach; der Pfad ist jedoch zur Zeit zugewachsen und zu schattig für die Kamera; es lohnte sich, ihn zu filmen, denn am Schluss des Pfades steht eine riesige alte Weide.
4:01 Die gigantische Weide ist hier für ein paar Sekunden im Bild. 
4:10 Hier irgendwo liegt die Nordgrenze unseres Grundstückes; das Gelände ist sehr unwegsam und schwer frei zu schneiden.


Zurück zu den vordringlichen Arbeiten: Das Schuppenvordach ist inzwischen auch fertig. Nachdem wochenlang nicht die richtigen Längen Holz zu bekommen waren, konnten wir endlich den Schuppen teilweise ausräumen, den Fußboden im Vorraum streichen und das Regalsystem einbauen, das schon in Hamburg in unserem Keller stand... Allmählich bewegt sich ein Teilprojekt der Vollendung zu - Zeit für eine Kaffee-Pause unter dem neuen Dach:

Pausen richten wir uns zur Zeit nach den Wetterbedingungen ein. Meistens setzen wir uns zum Lunch auf eine der Holzterrassen.

Ende des Monats wurde es allerdings so heiß, dass uns nicht einmal der Schatten des Hauses eine angenehme Lunchpause bieten konnte. Es gibt zum Glück ein paar andere Plätze auf dem Grundstück, die neben (Halb)-Schatten meist eine kleine Brise vorhalten.
Aber wer hätte gedacht, dass man an der Irischen Küste jemals einmal mit nacktem Oberkörper nach Sonnenuntergang draußen sitzen könnte. Wunderschön - aber auf Dauer ist die Hitze nichts für uns.

Bei einem Freund. Die etwas Sonnenempfindlicheren kamen erst nach Sonnenuntergang heraus.

Für eine Weile gilt unser Hauptaugenmerk noch dem Haus. Wir zeigen Euch mal die einzelnen Zimmer im Erdgeschoß, die alle fertig gemalt sind. (Es fehlen nur noch der Anbau mit Wirtschaftsraum und das Badezimmer.)
Jetzt müssen wir im Erdgeschoß warten, bis die Hitze den Estrich ausreichend getrocknet hat, bevor wir die Fußböden in Angriff nehmen.
Feldenkrais-und Gästezimmer
Küche zum Wohnzimmer
Gästezimmer
Wohnzimmer mit Kamin
Küche nach Westen
Flur mit Bad (links) und Gästezimmer
Apropos Fußboden: Im ersten Stock kann der Einbau der Holzdielen jetzt endlich voran schreiten - wieder einmal hatten wir vergeblich versucht, entsprechende Baustoffe in Irland zu bekommen; wir mussten für die Ausgleichsschüttung an den Rändern extra in Österreich Blähglas bestellen.

Aber das Schönste zum Schluß: Ihr seid alle herzlich willkommen, uns Postkarten zu schreiben (oder Pakete zu schicken) - wir haben jetzt offiziell eine Adresse (die Ihr bitte über andere Kanäle erfragt oder von uns zugeschickt bekommt). Und - noch besser - wir haben einen Briefkasten, in den Eure Post auch wirklich hineingeworfen wird; der Postbote weiß schon Bescheid!


P.S. Kann jemand uns sagen, was für ein Falter dies ist?





Sonntag, 3. Juni 2018

Colours

Endlich kommt Farbe ins Haus! Der Mai mit seiner Blütenpracht animiert uns, die Wände zu streichen. Zwar trocknet im Erdgeschoß noch der Estrich, die Wände jedoch sind zum größten Teil trocken. Also dann - fangen wir im Obergeschoß an!
Für Kalkanstriche typische Farben wie Ocker und Siena kennzeichnen das Südwestzimmer.
Das nordöstliche Zimmer dagegen hat eine Mischung aus Kalk- und Lehmpigmenten bekommen - und damit kräftigere Farben.

Im Erdgeschoß haben wir für das Wohnzimmer Erdfarben und weiß gewählt.
Kurz nach dem Streichen sieht die Wand noch sehr scheckig und dunkler aus.
Nebenbei lackieren wir auch den neuen Mast der "Godenwind"...
Die anderen Wände im Erdgeschoß kommen jetzt nach und nach dran.
Doch noch einmal zurück in das Obergeschoß: Nach den guten Erfahrungen mit dem Entwerfen und Verlegen der Fußbodenheizung im Erdgeschoß war der erste Teil desselben Vorhabens im ersten Stock ein weiteres Mal eine schöne Aufgabe. (Der zweite Teil - das Verlegen der Rohre - kommt für diesen Post zu spät). 
Das WEM-System präsentiert sich etwas anders als das im Erdgeschoß verwendete von VARIOTHERM: Zwischen Holz-Profil-Latten, die später den Dielenfußboden halten sollen, kommen die mit vorgefertigten Kanälen versehenen Isolierplatten. Während letztere direkt auf dem Fußboden aufliegen und vor allem dem Schallschutz dienen, haben die Holzlatten ein paar Millimeter Luft gegen den Boden. 
Bevor die Heizungsrohre in die Kanäle gelegt werden, werden als Wärmeleiter Bleche auf den Isolierplatten verteilt.  
Im Foto unten sind die ersten beiden Kreise (Nordost- und Badezimmer) komplett vorbereitet - am Montag verlegen wir die Heizungsrohre. Bevor wir die Dielenbretter aufbringen, müssen die Bereiche ohne Isolierplatten mit einer Ausgleichsschüttung aus Sand auf dasselbe Niveau gebracht werden, um ebenfalls Trittschalldämmung zu bieten, sowie die Dielenbretter mit zu tragen.
Es fehlt noch immer die Treppe. Der Anschluss an den Fußboden muss wohl durchdacht sein.

Nach den ersten beiden Heizkreisen müssen wir dann erst einmal die übrig gebliebenen Dielenbretter aus dem Südwest-Zimmer nach Nordosten schaffen, um dort den letzten Heizkreis fertig zu stellen.


Und außerdem...?
Über das Grundstück gehen wir weiterhin regelmäßig - ohne allerdings viel mehr zu tun als zu staunen und lauschen. Immerhin haben wir aber einen neuen Pfad angelegt. Der "Birch Path" führt - wie der Name andeutet - entlang einiger Birken und schließt an den "dienstältesten" Pfad zur unteren Feuchtwiese an. Im Unterschied zu den anderen Pfaden führt dieser über erhöhtes Gelände mit vielen kleineren und größeren Felsstücken und viel Fernsicht.

Es fällt etwas schwer, anhand der Fotos den Dimensionen des Grundstückes gerecht zu werden; wie es auch uns noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen ist, von unserem ehemaligen Garten in der Witts Allee auf diese im Vergleich gigantische Fläche "umzuschwenken". Manchmal denken und handeln wir noch zu klein; die Gefahr des Sich-Verzettelns wird uns immer bewußter. 
Wir werden bestimmt in späteren Posts auf dieses Thema erneut zu sprechen kommen. Eine Idee wäre zunächst, den Großteil des Grundstücks durch regelmäßige Mahd zugänglich zu halten und zu beobachten. 


Ein weiteres aktuelles Projekt ist ein Vordach auf der Schuppen-Nordseite. Hier soll Feuerholz (und vorübergehend die Jolle zur Reparatur) gelagert werden. Die Dachkonstruktion ist einfach gehalten. Allerdings bekommt sie ein besonderes Aussehen durch die wiederverwerteten Alu-Maststücke, die uns ein Freund überlassen hat.



Direkt vor dem Schuppen - die ersten selbst angebauten Früchte!

Pause!!



Sonntag, 6. Mai 2018

Under Floor Heating


...beziehungsweise "Fußbodenheizung" ist das Thema des heutigen Posts. Der April war nicht zu viel mehr Anderem angetan. Zwar haben wir auch ein paar Pflanzen in den Boden gebracht und diverse Kleinigkeiten angefangen, aber der Fokus lag auf dem Vorbereiten des Erdgeschoß-Fußbodens.
Nachdem alle Noppenplatten ausgebreitet waren, kam die künstlerische Komponente zum Tragen: Zwar hatten wir von Variotherm einen groben Plan erstellt bekommen, welche Heizkreise wie lang sein sollten und wo in etwa sie zu verlaufen haben. Aber bereits die Idee der "Experten", den Wirtschaftsraum komplett mit Heizröhren zu bestücken, gefiel uns nicht. Außerdem war der Plan so grob gehalten, dass keine Abstände der einzelnen Strecken vorgegeben war; hier richteten wir uns nach den Vorgaben der allgemeinen Installationsanleitung. Ansonsten half uns der gesunde Menschenverstand. Ein Flur braucht keine so hohe Dichte an Heizungselementen wie ein Badezimmer. An großen Fensterfronten dürfen die Abstände zwischen den Rohren gerne geringer als im Rest des Raumes ausfallen.
Das Entwerfen der Heizkreise machte Spaß! Mit Krepp-Klebeband und je einem roten und einem blauen Marker bewaffnet, geht es durch den Raum - Rot für den einlaufenden Teil des Heizkreises, Blau für den auslaufenden. Irgendwo in der Mitte trafen die Klebestreifen sich dann und wurden rot und blau markiert. Die Überprüfung zeigte, ob das Ganze einen Sinn ergab - das Gesamtbild war eher zur Verwirrung geeignet.
Das "Band" in der Mitte ist ein unter dem Fußboden verlegtes Lautsprecherkabel.
Zum Verlegen der Rohre holten wir uns die Hilfe von einem Freund, von dem wir wissen, dass er als Goldschmied exakt zu arbeiten gewohnt ist. Außerdem hatten wir eine Haspel vorbereitet, auf deren Spindelteil das zunächst noch 500 Meter lange Rohr fest verkeilt war. Die Spindel lief auf vier Rollen, die wiederum auf einer Sperrholzplatte mit einer langen Gewindeschraube als Achse liefen. Die Platte glitt sauber über die Noppen und die Spindel ließ das Rohr ohne die befürchteten Überläufer abrollen.
In der Küche hatten wir die Mittelinsel ausgespart. Im Bild unten sind das schwarze Elektrokabel und die weiße Gasleitung für den Herd zu erkennen. Die Bretter dienten anfangs dem Auslegen und Niederhalten der Noppenplatten, danach als Laufweg über die empfindlichen Noppen. Hier ging noch regelmäßig der Weg vom Luftentfeuchter zum Ausleeren des Wassereimers durch das Küchenfenster.
Nachdem wir alle Rohre ausgelegt hatten, kamen wir dem Wunsch des Chefs der Estrich-Firma nach und befestigten etwa alle halbe Meter die Noppenplatten im Betonsockel. Eine extrem laute und für den Rücken belastende Arbeit!
Für das Badezimmer stellten wir gesondert Überlegungen an: Wie soll das Duschwassser ablaufen? - Welche Höhe werden die Kacheln im Verhältnis zum Flurfußboden haben?
Probeweise haben wir ein Kachelnetzt mit unregelmäßigen glatten Kieseln ausgelegt. Mal sehen, ob das schon eine weitere Entscheidung auf dem Weg zu einem angenehmen Badezimmer ist...
Im Foto darunter verbirgt sich übrigens die Antwort auf die erste der oben gestellten Frage.
Zum Schluß hatten wir fast alle gelieferten 600 Meter Rohr (100 Meter gab es neben der oben genannten 500 Meter zusätzlich) ausgebracht, ohne bis zum Verteiler eine einzige Verbindung herstellen zu müssen. Als letzten Schritt der Vorbereitungen, bevor der Estrich gegossen werden konnte, prüfte der Heizungsfachmann die Verbindungen und den Druck im System.

Und dann kam am 3. Mai der große Tag, an dem ganz unspektakulär die ganze Arbeit der letzten Wochen in nicht ganz drei Stunden mit Estrich zugedeckt wurde. Draußen wurde am laufenden Band Sand mit Wasser und dem Bindemittel auf Calciumsulfat-Basis gemischt...
..., und drinnen ergoß sich das Gemisch allmählich über den Fußboden. Schade eigentlich um die schöne Rohrverlegekunst.
Und so sieht es dann drei Tage später aus:
 
Aber wir wollen uns nicht beklagen. Jetzt können wir die nächsten Schritte in Angriff nehmen: Wände streichen, Fußbodenheizung und Fußboden im ersten Stock einbauen, und... und?
Nach vielem Hin und Her haben wir jetzt einen Wassertank für das Erdgeschoß und den Notfall. Er fasst annähernd 1000 Liter, ist aus lebensmittelechtem Kunststoff, der tatsächlich nicht einmal komisch riecht, und er wird hoffentlich bald mit einem Dach versehen und an das Leitungssystem angeschlossen. Ach ja, es gibt noch so viele Baustellen auf unserer Baustelle!





Sonntag, 1. April 2018

Happy Easter!


Der Frühling läßt sich dieses Jahr viel Zeit. Mitte März erreichte die Kälte erneut auch Irland. Jetzt steht der Frühling immer noch ziemlich verfroren vor der Tür...
Das Weiße unter dem Regenrohr ist ein Hagel-Cluster. Brrr!
Nach mehreren Tests der Qualität unseres Brunnenwassers empfahl sich ein Filtersystem neben dem Brunnenloch im Schuppen. Das System (die große Flasche rechts im Bild) drückt die hohen Mangan- und Eisenwerte unter die zulässigen Höchstmengen. Das selbst reinigende System soll nur wenig Strom verbrauchen. Allerdings ist zusätzlich das monatliche Aufschütten mit 25 Kilogramm Salz zum Enthärten in den Behälter links der Pumpe vonnöten.
Der Wandausschnitt ist für das (definitv) letzte Fenster im Schuppen vorgesehen.
Am Haupthaus ist das letzte Stück Außenwand inzwischen auch verputzt. Demnächst kommt das Glasdach auf den Vorbau. Später sollen Rankhilfen und Kletterpflanzen zwischen Wand und Pfahl rechts für Sicht- und Windschutz sorgen.
Die verputzte Wand wird demnächst weiß gestrichen.
Und während im Haus der Putz langsam trocknet, probieren wir mit Kalkfarbe und verschiedenen Pigmentmischungen aus, was uns an den einzelnen Wänden gefallen könnte; bei Kalk sind die Möglichkeiten etwas begrenzt - es gibt eigentlich nur erdfarbenen Pigmente, die verläßliche Ergebnisse garantieren. Sollte sich jedoch der Untergrund (in unserem Fall ein Kalk-Hanffasergemisch in einer Schichtstärke von etwa 10 Millimeter) als geeignet erweisen, besteht die Möglichkeit, auf das größere Spektrum der mineralbasierten Pigmente zurückzugreifen.

Zwei miteinander verknüpfte Bauphasen wurden im März angefangen: Die Heizung im Erdgeschoß und die Fußbodenoberflächen. Eine ursprüngliche Idee, die Wände zu beheizen, haben wir verworfen - wir werden statt dessen eine Fußbodenheizung installieren.
Weil wir aus baurechtlichen Gründen nicht beliebig auf das Fundament aufbauen dürfen, haben wir eine Zeit lang polierten Beton-Estrich als Oberfläche favorisiert. Jedoch ist diese nicht ganz so dauerhaft wie vielfach im Internet zu lesen ist - man muß Beton-Estrich regelmäßig mit Wachs oder Ähnlichem nachpolieren. Und das Risiko, mit Pigmenten, Glas- oder Steinstückchen etc. ästhetisch in die Tonne zu greifen, ist recht hoch. Es bliebe natürlich immer noch, den Fußboden zu lackieren... Nun haben wir das als allererstes gemacht; um nämlich dem jetzt geplanten Aufbau genügend Haftung zu verleihen, braucht der existierende Zementfußboden eine Oberflächenversiegelung. Mit Betonbinder und oder -farbe geht das in Nullkommanix.
Die Schlitze nehmen die Lautsprecherkabel auf.
Der nächste Schritt ist das Aufkleben der Rasterplatten für die Heizspiralen. Wir haben uns im Erdgeschoß für eine Heizung von der österreichischen Firma Variotherm entschieden, beraten und unterstützt vom Dubliner Vertreter der Firma.
Zum punktuellen Verkleben der Platten verwenden wir Restbestände aller möglichen Kleber und Füllmassen.
Allmählich wächst der schwarze Belag durch das ganze Erdgeschoß. Flächen ohne Heizung bekommen eine Plane als zusätzliche Versiegelung des Betonbodens. Nicht, dass aus dem frischen Estrich das Wasser doch nach unten entweicht und der Estrich reißt.
In den nächsten drei Wochen haben wir Zeit, die Heizungsschläuche darin kunstvoll (nach Plan) zu verlegen und an die Heizkreisverteiler anzuschließen sowie auf den richtigen Druck prüfen zu lassen.

Unsere Haustür ist die einzige im ganzen Haus, die sich nach innen öffnet. Aufgrund ihrer Bauweise liegt die Schwelle zudem ein wenig tiefer als die der anderen. Nachdem wir von der Idee mit der Wandheizung angekommen sind, müssen wir ein wenig improvisieren, was die Fußböden betrifft: Im Eingangsbereich messen wir 55 Millimeter vom jetzigen Fundament bis zur Unterkante der Tür. Möchten wir vermeiden, dass sich kleine Steinchen unter der Tür verklemmen - und das möchten wir auf jeden Fall - hätten wir eine Höhe von knapp 50 Millimeter zur Verlegung der Heizungsschläuche, dem Schütten des Estrichs und einem noch zu findenden Bodenbelag zur Verfügung - nicht gerade viel. Was liegt näher, als die 16 Millimeter dicken Schläuche in den bestehenden Boden hinein zu verlegen (ähnlich wie mit den Lautsprecherkabeln geschehen)?

Während der mit Sicherheit wieder auftretenden Wartezeiten können wir im hoffentlich allmählich beginnenden Frühling draußen tätig werden. Und zwischendurch genießen wir den Anblick dessen, was wir bereits geschafft haben.
Frohe Ostern Euch Allen!