Sonntag, 7. Mai 2017

April, April...

April, April...


... macht was er will - allerdings nicht so sehr in West Cork. Während das Wetter in Hamburg sehr unterschiedlich (und zum Beispiel über Ostern gruselig kalt) war, hat sich in West Cork der Frühling von seiner schönsten Seite gezeigt.
Größere sichtbare Veränderungen in Coolcaha gibt es trotz unseres zwischenzeitlichen Hamburg-Aufenthalts einige. Und diese Veränderungen haben enorm dazu beigetragen, das Haus zu unserem zu machen.
Da sind vor allem die ersehnten Dachfenster: Da das Obergeschoß ursprünglich keine Genehmigung als bewohnter Teil des Hauses hatte, waren die Lichtdurchlässe entsprechend klein. Auf dem Foto unten ist zu erkennen, dass wir dem beigekommen sind, indem wir zunächst die kleinsten Velux-Fenster (siehe den Ausschnitt, in dem Alastair sein linkes Bein drin hängen hat) gegen größere austauschten. Die kleinen VELUX-Fenster sind jetzt in den neuen Anbau "gewandert" und machen den 5 Quadratmeter kleinen, aber sehr hohen Eingangsraum noch luftiger.

Jetzt haben wir viel mehr direktes Sonnen-Licht im Obergeschoß und vor allem im Badezimmer - und zukünftig durch eine Milchglas-Badezimmertür auch im Treppenhaus.
Und weil das noch nicht genug war, und zudem die Aussicht nach Nordwesten auch seine Reize hat, wird das Treppenhaus zusätzlich durch ein Dachfenster aus dieser Richtung erhellt.

Als letzte in Sachen Dachfenster kam die Küche dran. Mitten durch die sie hindurch geht die Linie, an der Hauptdachgiebel und ein wesentlich kleiner Vordachgiebel aneinander grenzen; warum die Planer das einst so konzipiert hatten, bleibt wohl ein Rätsel. Auf jeden Fall befindet sich über dem südwestlichen Teil der Küche ein Dachgeschoß ohne Zugang und Stehhöhe - ein verschenkter Raum! Als wir die Zwischendecke einmal anlüfteten, bestätigte sich, was wir erahnt hatten: Das Dach ist natürlich nicht wärmegedämmt. Uns hat zum einen das mißfallen, zum Zweiten aber auf die Idee gebracht, die Zwischendecke ganz heraus zu nehmen (vielleicht die Dachträger bzw. die sogenannten Untergurte stehen zu lassen) und der Küche mehr Kopfraum zu gewähren. Doch schnell weitete sich die Idee auf einen Plan aus: Warum nicht erstens zusätzliches Licht durch Oberlichter hinein bringen, oder und zweitens außerdem die Küche nach oben durch Veluxfenster lüften zu können?
Gedacht - getan! Alastair hat die Untergurte lotrecht unterhalb der zukünftigen Unterkante der Dachfenster abgeschnitten und die Dachsparren und damit das Gewicht des Daches mit Pfetten in den Giebeln abgefangen. Die im Weg liegenden Dachsparren sind - wie unten zu sehen - bereits auf Fensterbreite modifiziert.
Bei all diesen Überlegungen sind uns übrigens drei verschiedene Dachfensterhersteller untergekommen, von denen unsere unterschiedlichen Wünsche immer nur jeweils einer bedienen konnte. Die Unterschiede zwischen den jetzt vorhandenen 9 Fenstern sind allerdings nicht wesentlich, was das allgemeine Antlitz des Hauses betrifft.

Unser Schuppen nimmt auch endlich Gestalt an. Die Wände wurden zwei Fuß hoch mit Beton gegossen und eine Tür - Second-Hand gekauft - probehalber eingepasst...


Kurz danach hängt die erste Metallplatte an der Südwand. Die merkwürdig anmutenden Holzkonstruktionen hinter und links von Dermots' Beinen sind Platzhalter für zukünftige Fensterausschnitte; unsere jetztigen Wohnzimmerfenster werden dort hinein passen.
Und dann ist der Schuppen plötzlich fertig... (na ja - fast. Das Rolltor wird bis Ende Mai eingebaut - und auf das Dach sollen ja noch Solar-Kollektoren.)

Auch das Thema "Abwasserbehandlung" kommt allmählich zum Abschluss. Nachdem wir beschlossen haben, hinter den Fäkalientank ein zusätzliches Filtersystem einbauen zu lassen, wurden wir - bedingt durch unseren Hamburg-Trip - in der zweiten Aprilhälfte vor vollendete Tatsachen gestellt. Für kurze Zeit prangten zwei große grüne Kästen, gefüllt mit Torf, sowie ein schwarzer "Rundturm" zwischen Fäkalientank und Versickerungsfläche. Während grüne Kästen und Tank später halbwegs im Verborgenen ihre Arbeit verrichten werden, wird uns der Anblick der Oberseiten der grünen Kästen und des oberen Teil des "Rundturms" wohl erhalten bleiben; vielleicht eignet sich letzterer ja als Sitzgelegenheit der besonderen Art...



Von oben links nach vorne: Schaltkasten für Elektropumpe, Doppelkammer-Abwassersammler, Pumpen-Tank, Torf-Filterbecken, Verteilerbox, perforierte Versickerungsrohre
Jetzt warten wir, bis sich die mit der vorhandenen mittelprächtigen Erde aufgeschüttete Fläche gesetzt hat, bevor wir dort irgendetwas anpflanzen. Aber gestalterisch ist trotzdem schon einiges möglich.
 
Hatten wir bereits davon gehört, dass Pavel ein ganz hervorragender Steinsetzer ist, konnten wir uns jetzt das erste Mal "live" von seinen Fähigkeiten überzeugen; es ist nur eine kurze Treppe geworden, und die Fotos geben es nicht so richtig wieder... "Big Lebowski" jedoch würde sagen: Die Treppe hat den Garten erst so richtig schön gemacht. Die senkrechten Rohre sind übrigens die Entlüftungen für die Versickerungs-Fläche. Sie werden noch abgesägt und mit kleinen Deckeln versehen - nach der umfangreichen Filterung unserer Abwässer erwarten wir allerdings wenig Bedarf für eine Entlüftung übel riechender Art.

Zum Schluß ein bißchen Kunst? - Nicht ganz, auch wenn es so anmutet, als hätten wir das Ehepaar Christo eingeladen, unser Haus in blauer Folie zu verpacken.
Es ist jedoch nur der erste Schritt zur Einkleidung der Außenwände mit einer Holzverschalung. Die Membrane ist - mit einem schönen Gruß an Jens' alte Biolehrerin - semipermeabel, soll also Regen draußen halten, aber von innen Feuchtigkeit nach außen abführen können...
Die Linie aus Holzklötzchen vor (von links nach rechts) Küche, Ess- und Wohnzimmer wird übrigens die zukünftige Grenze der Terrasse bilden. Doch dazu weiteres bei einem nächsten Mal.

Samstag, 1. April 2017

Im Märzen...


... der Bauer... Nein, dieses wird noch kein Post über unsere ersten Kartoffeln, oder darüber, dass vermeintliche Vierbeiner den Weg in einen Gemüsengarten gefunden und alles leergefressen haben. Gemeint ist natürlich weiterhin unser Hausbau und alles, was damit in unmittelbarer Nähe zusammenhängt. Und mit letzterem fangen wir heute an: Anfang des Monats haben wir neun sehr schwere und rohe Doppel-T-Träger angeliefert bekommen; diese mit Owatrol-Öl und mehreren Schichten übrig gebliebenen Yachtfarben zu streichen, hat uns über die erste meist nasse Märzwoche hinweg beschäftigt - zum Glück ist das Wohnzimmer noch für so etwas zu gebrauchen :-)
Schöner wäre es gewesen, die Träger nicht ständig in gebückter Haltung zu bearbeiten. Unsere Rücken haben es überlebt, aber unsere IKEA-Holzböcke hätten es vermutlich nicht...
Die mit sechs Farbschichten versehenen Träger aus dem Wohnzimmer heraus zu befördern, schaffte nicht nur dort wieder Platz für andere Baumaterialien, sondern auch die Befriedigung, dass es jetzt auch mit dem Bau des Schuppens voran gehen konnte - dafür sind diese Träger nämlich vorgesehen.
Und ein paar Täge später standen sie schließlich an ihrem Bestimmungsort. Das Foto gibt zum Glück nur unzureichend die Größenverhältnisse von Schuppen und Haus wieder; ersterer fügt sich ganz harmonisch in das Gesamtbild ein. Der Schuppen wird die Grundfläche von 6 mal 8 Metern und - wie auf dem Foto zu erkennen - ein Schräg- oder (wie es offiziell heißt) Pultdach haben. Man fragt sich in diesem Zusammenhang, ab welchem Gefälle ein Pult zum Arbeiten unpraktisch wird. Aber gearbeitet werden soll tatsächlich auch auf diesem Dach: Solarpaneele sollen in Zukunft einen Teil der Stromversorgung darauf liefern. Auf der Südseite - entlang der kürzeren Pfosten - soll später übrigens unsere jetzige Wohnzimmer-Fensterfront (siehe Foto ganz oben) ihren neuen Platz finden. Aber das ist eine Geschichte für einen nächsten Blog-Eintrag...
Unsere zweite Unmittelbar-In-Der-Nähe-Baustelle ist die vielleicht wichtigste für viele weitere Bauschritte: Der neue Anbau als Eingangs-und-Wirtschaftsraum wird die Zentrale jeglichen Zustroms in das Haus werden. Damit sind nicht nur unsere Leser als zukünftige Gäste gemeint, sondern auch die Elektro- Wasser- und Gaszuleitungen werden hier ankommen.  
Auf dem oberen Foto haben wir gerade die erste Wand aufgerichtet, mit dem Haus und dem dafür frisch gegossenen Beton verschraubt und zum Heraus- bzw. Hineingucken freigegeben. Gut, dass wir als Bauherren soviel Zeit auf der Baustelle verbringen können: Noch während die erste Wand errichtet wurde, konnten wir uns Gedanken machen, und umentscheiden, was die Dachkonstruktion betrifft. Unsere ursprüngliche Idee mit einem Flachdach auf dem rechten Teil des Anbaues haben wir zugunsten eines - parallel zum Hauptdach verlaufenden - zweiten Satteldaches rechts des Zwerchdaches über dem jetzigen Eingang aufgegeben. Doch noch einmal zum Foto oben: Zwischen den beiden Fensteröffnungen wird in Zukunft eine Trennwand zum Wirtschaftsraum verlaufen, in dem Wärmepumpe, Waschmaschine, Waschbecken, Hauptsicherung und Notfall-Gastherme ihren Platz finden werden. Ein Eingang wird von draußen (links neben der roten Gasflasche) in diesen Raum hinein- ein weiterer in den Vorraum heraus führen. Die Haupteingangstür wird zukünftig dorthin zeigen, wo das gelbe Stromkabel auf dem Foto hinführt - und wie der natürliche Drang einen zum und in das Haus leiten wird. Eine weitere Tür wird den Zugang zum Gartenbereich ermöglichen. Zugegeben - vier Türen sind für eine Grundfläche von gerade einmal 16 Quadratmetern reichlich viele, aber mit weniger macht es auch viel weniger Sinn: Der Eingangsbereich soll willkommend und einladend werden, der Wirtschaftsbereich vom Haus deutlich getrennt, doch gut von draußen zugänglich sein; zum Gemüsegarten einmal um das ganze Haus herumzulaufen oder sich rechts zwischen Anbau und Felsen vorbei zu quetschen, möchten wir uns (und auch niemandem Anderen) nicht dauerhaft zumuten.
Der blau verpackte Raum wird also der Wirtschaftsraum, in dem wir auch unartige Kinder einsperren können... ach, nee - so etwas ist ja nicht mehr zeitgemäß; außerdem könnten sie ja die Waschmachine missbrauchen oder die Heizung auf unerträgliche Temperaturen hochregeln...
Übrigens sind unsere beiden Arbeiter nicht mit den Christos verwandt - die Wände des Anbaus werden mit einer atmungsaktiven Folie versehen, die die berüchtigte irische Feuchtigkeit draußen halten soll. 
Alastair, als gebürtiger Ballydehob'ler viel in Deutschland herumgekommen, ist erfahrener Bautischler und unglaublich schnell und gründlich. Pavel (der auf der Leiter) ist aus Estland und hat uns schon vorher bei den Erdarbeiten geholfen. Seine Vielseitigkeit wird uns noch sehr von Nutzen sein; wir haben ihn für ein halbes Jahr für einen bis drei Tage pro Woche angestellt.
So sah der Anbau am 31. März aus. Die Fläche davor wird eine (geschützte) Terrasse.
Das Gerüst unseres Badezimmers im Obergeschoss haben Alastair und Pavel übrigens so schnell fertig gestellt, dass wir nicht einmal den Arbeitsprozess fotografisch festhalten konnten... hier nur das Zwischen-Ergebnis. Wenigstens wird dieses Foto vermutlich - ähnlich wie beim Anbau - die letzte Gelegenheit bieten, den inneren Aufbau zu erklären. Von links angefangen, wird eine Schiebetür aus lichtdurchlässigem Kunststoff das Treppenhaus am linken Bildrand erhellen helfen. Links von der Tür (bzw. auf dem Bild recht von ihr) ist der bereits installierte Toiletten-Spülkasten zu erkennen. Rechts daneben wird ein großzügiges Waschbecken den Streit vermeiden helfen, wer zuerst Zähne putzen darf... Rechts hinten wird ein großer Heißwassertank nicht nur die Küche, sondern natürlich auch eine Dusche im Untergeschoß versorgen - sowie eine Badewanne, die hinter der Wand im Vordergrund und unterhalb eines in näherer Zukunft größeren Dachfensters ihren Platz finden wird.

Inzwischen haben auch die Elektriker angefangen, das Haus auf den Kopf zu stellen. Überall hängen Kabel von der Decke, und die Wände weisen etliche Einschnitte für die Kabelkanäle, Schalter- und Steckdosenplätze auf. Wichtig ist, nicht zu vergessen, dass der Fußboden noch um 5 Zentimeter höher kommt. Außerdem stellte sich natürlich die Frage, wieviel die fertigen Wände noch auftragen werden. Für die Wände zwischen den einzelnen Räumen ist die Beantwortung relativ leicht - die werden nur dünn verputzt. Doch die Außenwände geben uns noch Rätsel auf: Wie dämmen wir sinnvoll eine doppelwandige (jeweils 10 Zentimeter dicke) Betonsteinmauer mit einem Hohlraum, der recht schlampig mit Polystyrol-Platten verfüllt wurde?
Übrigens... Gepflanzt haben wir auch - wie es sich für die Jahreszeit gehört: Etwa einhundert Büsche und Bäumchen gesetzt, sowie diverse Blumen ausgesät. Viel her geben Fotos davon nicht - alles ist sehr klein und weit verstreut. Immerhin bekommt Ihr vielleicht von der Aufnahme unten eine Ahnung von einem Weg durch unsere Pflanzungen auf dem Nordhang hinter dem neuen Anbau...
P.S. Wer auf dem Foto unten genau hinguckt, kann unser erfolgreiches Recycling erkennen - wisst Ihr noch, was die Bretter links mal waren?
P.P.S. Wir freuen uns auf Hamburg. Vom 11. bis 20. April sehen wir nicht nur viele Verwandte und Freunde, sondern haben auch die Gelegenheit zum "Browsing Around" nach Baumaterialien, Bad-und Kücheneinrichtungen. Und Jens freut sich besonders auf das Fahrradfahren in der Stadt. Allmählich macht das in Hamburg nämlich immer mehr Spaß!

Sonntag, 5. März 2017

Februar-Tristesse? - Mitnichten!

Nachdem der überwiegend trockene Januar außerordentlich nass endete, verhielt sich der Februar in etwa wie eine typisch Hamburger April: Von allem etwas dabei! Für viele Arbeiten um und am Haus in Coolcaha war das kein Hindernis. Kurz zusammengefasst waren das: Brunnen-Bohren, Versickerungs-Fläche aufschütten, Drainage- und Abfluss-Rohre-Verlegen, Büsche- und Bäume-Pflanzen, Klempnern und Betonschüttungen.
Doch nun zu den Einzelheiten: Eines Morgens bei herrlichstem Wetter kam der Brunnenbohrer, um vorsichtig an der Dachtraufe vorbei bis an unseren zukünftigen Wirtschaftsraum heran bugsiert zu werden. Dort aufgestellt, ging es über einige Stunden mit viel Getöse und grauem, zähen Bohrschlamm bis auf eine Tiefe von 120 Metern. Rohr für Rohr wurden aneinandergesteckt und in der Tiefe verenkt; und der ganze Aufwand, um diese Rohre hinterher mit Kies wieder zuzuschütten?


Nun, in diesem Falle war es zunächst ein 240 Meter langes Stück Schlauch mit einem durchlässigen U-Stück in der Mitte, das in dieses Rohr eingeführt wurde - das Herzstück einer geothermischen Tiefbohrung: https://youtu.be/juN84-64hZs
Nachdem diese Bohrung abgeschlossen wurde, kam es am darauf folgenden Tag zur nächsten - dieses Mal für einen klassischen Trinkwasserbrunnen. Anders als in unseren bisherigen Mietshäusern in Meeresnähe ist der Norden Ballydehobs' weitestgehend unerschlossen, was eine zentrale Trinkwasserversorgung betrifft. Uns kümmert es - abgesehen von den Kosten für die Bohrung nicht - schmeckt das "Mains Water" doch meistens scheußlich und steht aufgrund seines Hauptzusatzes Fluorid im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. Es kostet zwar nichts - nach zwischenzeitlichem Einbau von Wasseruhren und zeitweiser Erhebung von Gebühren, die aber nach Bürgerprotesten wieder abgeschafft wurden; aber wozu schlechtes Trinkwasser verwenden, wenn wir besseres bekommen können?

Inzwischen gingen für uns die Arbeiten an der anderen Seite des Wasser-Systems weiter: Der Abwassertank ist - wie im letzten Post geschildert - eingebaut; jetzt hieß es, die Fläche zum Versickern der überlaufenden Flüssigstoffe zu bereiten. Hierfür wurden im Januar die ersten Arbeiten mit dem großen Bagger abgeschlossen. Mit einigen Helfern sowie einem kleiner Bagger nebst Mini-Dumper bauten wir mehrere Schichten auf. Zwei unterschiedliche Stärken von Kies bilden die Grundlage: 30 Zentimeter 1/2 Inch auf weiteren 30 Zentimerten 3/4 Inch groben Kies. Mit Harken ebneten wir die Fläche ein, um danach die vorgebohrten Versickerrohre zu verlegen:
Während wir zusammen mit Bagger und Dumper die Rohre hinterher mit einer weiteren Kiesschicht zudeckten, war der Brunnenbohrer noch dabei, den Trinkwasserbrunnen auf unserem zukünftigen Schuppengelände und Parkplatz fertig zu bohren:https://youtu.be/saiz_bv1zuQ
Zum Schluss wird die Versickerungsfläche mit einem halben Meter Erde aufgeschüttet... Theoretisch. Inzwischen waren zwei Probleme aufgetreten: Erstens war alle Erde ringsherum dermaßen mit Regenwasser vollgesogen, dass der Bagger sie kaum verarbeiten - geschweige denn, auf der aufgeschütteten Fläche fahren konnte, ohne die darunter liegenden Rohre zu beschädigen. Und zweitens kamen uns langsam Zweifel auf, ob die Fläche das versickernde Schwarzwasser ausreichend verarbeiten könnte, ohne unsere Nachbarin zu belästigen - deren Grundstück sich links unterhalb der Fläche befindet. Also beißen wir wohl in den sauren Apfel und werden zwischen Sammeltank und Versickerungsfläche eine Filter- und Torf-Anlage einsetzen, die das Schwarzwasser zu Gelbwasser verarbeiten soll... Doch auf die Anlage müssen wir wohl noch bis März warten.

Wenden wir uns anderen Dingen zu. Da sind zunächst die Regenwassermengen, die vom Haus weggeleitet werden müssen. Überall sind Gräben ausgehoben worden, die wir jetzt nach und nach mit Drainage-Rohren versehen und wieder zuschütten; einige Hundert Meter an Rohren sind bereits verlegt, einige Hundert mehr werden noch folgen. 
Vom zukünftigen Gemüsegarten aus gesehen

Der Schlauch im Vordergrund soll die Bewässerung des Gartens vom Schuppendach aus ermöglichen.
 

Leider ist neben der Versickerungsfläche auch ein weiterer - entscheidender - Bauschritt noch nicht abgeschlossen: Weil der lange geplante Schuppen über das Stadium der Betonschüttungen für die Eckpfosten und die Anlieferung letzterer noch nicht hinaus gekommen ist, werden wir auch noch nicht an das Stromnetz angeschlossen; der Anschluß soll nämlich in den Schuppen hinein und von dort aus zusammen mit dem Brunnenwasser und dem Gas zum Kochen in einem Leerrohr hinüber zum Haus geführt werden. Als Folge solcher Verzögerungen schließen sich bekanntermaßen andere an, und so werden zum Beispiel einige Arbeiten mit Hilfe eines Generators geleistet, andere mit Hand.
Immerhin brauchen die Klempnerarbeiten so gut wie keinen Strom, und so sind die Vorbereitungen für die Fläche unterhalb des zukünftigen Eingangsbereiches weit gediehen. Die Abflußrohre für die beiden Badezimmer sind gelegt, und der folgende Film zeigt, dass das System einwandfrei funktioniert: https://youtu.be/k9aqebMsEjQ 
Aufgrund des schlechten Wetters bietet sich jetzt das Arbeiten im Haus selbst an: Unser Vermieter in Cappaghglass ist Architekt und Bauunternehmer im "Un-Ruhestand". Seitdem er sein Bauunternehmen abgewickelt hat, widmet er sich Projekten, die es ihm angetan haben. Er war es, der uns dieses Haus vermittelt hat. Und er ist es, der uns durch die meisten der bisherigen Bauschritte begleitet hat - unentgeltlich. Sein großes Hobby, die Klempnerei, läßt er sich allerdings bezahlen. So kommt er jeden Tag auf die Baustelle, bastelt ein wenig herum und fährt dann zur nächsten Adresse... Er ist immer erreichbar und wird uns mit seinem Wissen um alternative Energieversorgung, allgemeines Wissen um den Hausbau und die speziellen irischen Verhältnisse noch eine große Hilfe sein.
Wenn es jedoch zum Thema Holz kommt, können wir unsere eigenen Erfahrungen einbringen; wir freuen uns auf den Innenausbau, und kürzlich ist es uns tatsächlich zum Nutzen gewesen, dass wir vor vier Jahren auf unserem ersten Transport mit dem Anhänger unsere bescheidenen Holzbestände mitgebracht hatten:
Ausgleichbrett für den Fußboden im Obergeschoss

Zum Abschluss mal ein paar Vorher/Nachher-Fotos:
Der Eingangsbereich wurde vergrößert.
Die Auffahrt wurde entwässert und verbreitert
Sommer 2016: Viel Grün, aber auch viel Wasser

So sah es Mitte Januar aus; inzwischen sind die Rohre vom rechten Bildrand in der Erde hinter dem Bagger.

Zugegeben - das wilde Grün von einst hatte das gewisse Etwas, und jetzt sieht alles sehr wüst aus. Aber keine Sorge: In Irland wächst alles schnell wieder zu. Zu schnell, was Brombeeren, Weiden und Wildkräuter betrifft... Helft Ihr uns jäten?



Sonntag, 5. Februar 2017

Baggerfans aufgepasst!

Januarmorgen in Coolcaha
Anfang Januar -  und wir legen so richtig los! Das heißt, wir lassen 
loslegen. Stephen, der Baggerfahrer ist für zwei Wochen unser erster 
bezahlter Arbeiter. Bevor er jedoch seine Greifer ausfährt, fällen wir 
etliche Weiden, die seit Stilllegung der Bauarbeiten vor etwa 7 Jahren 
überall aus dem Boden gesprossen und scheinbar unaufhaltsam in 
ihrer Ausbreitung sind.
Von dort, wo Stephen gerade arbeitet, bis an den rechten Bildrand standen etwa ein Dutzend drei bis fünf Meter hohe Weiden, die wir - nebst diversen weiteren Weiden - zusammen mit Freunden gefällt und zu Kaminholz verarbeitet haben. Die übrig gebliebenen Zweige haben wir an mehreren Nachmittagen verbrannt. Zu Anfang machte das noch Freude, und die Stöße brannten schnell nieder. Später kamen jedoch die Wurzeln der Bäume und jede Menge an Stechginster-Monstren hinzu, die vom Bagger einfach zusammengeschoben wurden; ein echter Viereck-Osterfeuerbauer schlägt die Hände über dem Kopf zusammen.
Das kleinste der Feuer
Kaminholz
Nachdem um das Haus herum viel Platz geschaffen war, ging es daran, Gräben auszuheben. Das Haus steht zwar auf einer Anhöhe, doch überall bietet der Fels große Taschen, in denen nach Regenfällen (aber auch durch aufsteigendes Grundwasser) immer wieder Pfützen stehen. Allein die Entwässerungsgräben hierfür erstrecken sich über eine Distanz von 350 Metern, die demnächst mit perforierten Rohren versehen und wieder zugeschüttet werden müssen. Dazu benötigt der irische Hausbesitzer auf dem Lande eine Brauchwasser-Entsorgung, was generell weitere 150 Meter an Gräben sowie den entsprechenden Rohren vorsieht. Dazwischen wird eine Klärgrube mit einem Betontank gesetzt.
Vom Tank ausgehend soll das geklärte Wasser später in der sogenannten Percolation Area versickern. Dieses Areal von etwa 10 mal 20 Metern Grundfläche hat bisher die größte Veränderung auf dem Grundstück bedeutet; wo vorher eine immer nasse Graslandschaft mit vielen Brombeeren und Weiden war, ist jetzt der Boden um bis zu einem halben Meter aufgeschüttet worden - mit Felsenschotter, der rundherum gebrochen wurde. Darauf kommt eine Schicht Kies, damit die darauf platzierten Rohre nicht verletzt werden. Die Rohre sind die auch in Deutschland üblichen braunen Abwasserrohre. Weil die perforierten Rohre sehr teuer sind, versehen wir einige der normalen in Handarbeit alle 7,5 Zentimeter mit drei Löchern. Ein Loch unten - auf der 6-Uhr-Stellung sozusagen, und jeweils ein Loch auf 4 und 8 Uhr.



Danach werden die Rohre mit einer weiteren schützenden Schicht Kies aufgeschüttet, oben herauf kommt eine Plane, die verhindern soll, dass Wurzeln in die tiefer liegenden Schichten eindringen können. Und ganz oben auf kommt Erde und was auch immer wir dort pflanzen oder anlegen.
Um das Haus herum hat sich die Grundstücksansicht inzwischen gewaltig verändert - kein Stein liegt mehr auf dem anderen. Im wahrsten Sinne des Wortes; viel von dem gebrochenem Felsen kommt vom Hang, der vorher sehr dicht an der Nordwestseite des Hauses das Haus zu erdrücken schien. -  In unserem zukünftigen Eingangsbereich möchten wir doch Gäste empfangen!
Hier einmal ein Vorher-Nachher-Eindruck:
Erste Weidenfällung Ende Dezember - im Hintergrund der bewachsene Hügel
Ende Januar: Alles an Ginster ist ausgegraben, der Felsen in Terrassen heruntergebrochen
Ein bißchen weh tun sie schon, all diese drastischen Veränderungen. Aber besonders hier waren sie notwendig. Zum einen bedeuten Stechginsterbüsche eine enorme Brandgefahr, die man besonders dicht am Haus nicht haben möchte. Zum anderen braucht das Haus bzw. seine Bewohner ein wenig Luft zum Atmen, besonders an der oft düsteren Nordseite. Zum Dritten haben wir mit den gewonnenen Metern noch ein paar weitere Dinge vor - doch dazu später einmal.

Unsere nächsten Projektschritte: Thermal-Heizungs-Brunnenbohrung am Hauseingangsbereich sowie in einem Aufwasch die Trinkwasser-Bohrung auf dem jetzigen Parkplatz; danach Aufbau eines großen Lager- und Werkschuppens an selbiger Stelle; Abschluss der Erd/Steinbewegungen; Verlegung von Ab/Wasser/Heizungs-Leitungen und Stromkabeln; Anfang der Umbauten im und um's Haus.
neu gewonnener Platz für einen großen Schuppen

Sonntag, 1. Januar 2017

Coolcaha (gesprochen Kula)...


heißt der Ort, an dem in diesem Jahr unser neues Zuhause entstehen soll. Wer das mal auf der Landkarte suchen möchte, fährt mit dem Finger von Ballydehob zunächst nach Nordwesten, auf der Straße, die in Richtung Dunmanus Bay führt. - Ja, tatsächlich werden wir nicht mehr in unmittelbarer Nähe zum Meer wohnen. Erstens sind alle Grundstücke am Meer meistens dem Wind, aber vor allem ständig der Salzluft sehr ausgesetzt. Und zweitens sind Häuser am Meer einfach teurer; aber damit erzählen wir niemandem etwas Neues.
Also weiter mit der Wegbeschreibung: Wir bleiben nicht lange auf der Durrus oder Church Road, wie sie zunächst heißt. Kurz hinter der St. Matthias Church biegen wir rechts ab, hinunter über den Rathruane River, der meistens eher ein Bach zu nennen ist. Immerhin ist er jedoch zur (kleineren) Hälfte für den Namen "Ballydehob" verantwortlich - den Ort Béal an Dá Chab, an dem die zwei Flüsse ins Meer einmünden. Das Tal das Rathruane Rivers bleibt zunächst auf der linken Seite und bietet ein paar schöne Ausblicke auf die Gegend und den das Bild dominierenden Mount Gabriel im Südwesten. Dann verschwindet die Straße in einem kleinen Wäldchen, vorbei an den Townlands Coolagh Beg Cuailleach Beag und Coolagh More Cuailleach Mór, übersetzt in etwa Kleine und Große Marsch. Nach einem langen geraden Stück erreichen wir Coolcaha Cúl Catha, was ins Englische entweder als "Battle recess"  oder "Hill back" übersetzt wird.
Wir geraten jetzt in eine Landschaft, die durch hügelige Felsen mit dazwischen liegenden Hochmooren, vielen (Weiden-)Büschen und einigen weiteren Bächen gekennzeichnet ist. Und wir sehen die auffallend vielen Windräder; hier wohnen die Ökos! Am Ende der langen Geraden kannst Du einen kurzen Blick auf das Dach unseres Hauses erhaschen - noch ohne Sonnenkollektoren oder Anzeichen eines Windrades in der Nähe. Werden wir eines von beiden oder gar beides einmal haben ? - Wir denken schon, dass es sinnvoll ist, sich zumindest Gedanken darüber zu machen, dass Autarkie möglich sein sollte. Also, warum nicht zumindest das Dach für Kollektoren gleich am Anfang vorbereiten? Und warum nicht eine Betonplatte mit Kabelkanälen für ein Windkraftwerk gießen, wenn wir sowieso gleich am Anfang mit Beton herumhantieren werden. Doch dazu später (bzw. im nächsten Post) mehr.
Wir nähern uns also dem Haus; noch eine 90°-Kurve nach links, und schon kommen wir zur Auffahrt zum Hügel, auf dem das Haus steht - vielleicht sollten wir das Ganze "Coolcaha Heights" nennen - viel höher geht es nämlich in der unmittelbaren Umgebung nicht mehr. Was meint Ihr - passt der Name?
Und schließlich sehen wir den Rohbau, der zunächst nicht viel her macht.
Die Front, die wir hier sehen, ist nach Südosten ausgerichtet und bietet sich (von links nach rechts betrachtet) für Küche, Ess- und Wohnzimmer sowie ein Multifunktionszimmer an, während das Dachgeschoß - bisher durch die vier Veluxfenster nur spärlich mit Tageslicht versorgt - zwei weitere Räume und ein Bad dazwischen bekommen soll.
Blick vom zukünftigen Wohn/Essbereich in die zukünftige Küche

...und nach einer 180°-Drehung das Wohnzimmer
Bevor wir heute weiter in Details gehen, möchten wir eine sehr schöne Anregung eines Freundes aufgreifen: Sehen wir nicht ausschließlich auf das, was noch zu tun ist - und Ihr werdet uns zustimmen: Das ist noch eine ganze Menge - sondern drehen wir uns öfter einmal um, und sehen auf das, was wir bereits erreicht haben bzw. was uns nicht mehr zu nehmen ist; und das tun wir jetzt einmal und belassen es für dieses Monat mit einem der vielen Blicke, die wir zukünftig in die Landschaft hinein haben werden:
Euch allen wünschen wir ein Frohes Neues Jahr!

Sonntag, 4. Dezember 2016

Frohe Weinachten!

Irgendwie endet dieses Jahr verrückt (im Sinne von verdreht): Ein Egomane wird von einem (fast) halben Volk zum Präsidenten gewählt, ein Diktator möchte Europäer werden (oder wenigstens an dessen Fleischtöpfen sitzen), und der Winter kommt schon im November vorbei. Gut - im Unterschied zu manchen Landstrichen in Deutschland hat es in Irland noch nicht geschneit. Aber Minustemperaturen haben wir uns unseren Vogelbädérn ebenfalls bereits beobachten können. Ob es mit ersteren oder (mit den damit verbundenen vielen Sonnenstunden) letzterem zusammenhängt, dass noch keine richtige Adventsstimmung aufkommen mag? - Klar, das Lichterketten-Aufhäng-Geschäft und die seit September zu erstehenden Spekulatius bleiben davon unbeeindruckt. Aber, huch, der erste Advent lief gleichsam unbemerkt an uns vorbei!
Trotzdem freuen wir uns nach dem anstrengenden Umzug an den langen Winterabenden. 
Das einzige Mal, dass wir Hilfe brauchten
Unser neues Zuhause ist gemütlich, und der Blick in den Sternenhimmel ist noch besser als der in Rossbrin. (Der bei Tageslicht zu genießende über den Horizont ohnehin!) Im Kamin knistert ein Feuerchen, Kerzen brennen, und die Fußbodenheizung rundet das wohlige Gefühl ab. Letzte Woche noch mussten wir über uns ergehen lassen, dass während des Umzugkarton-Packens die Handwerker alle Fenster und Türen in unserem vorigen Haus austauschten und das ohnehin Unbequeme noch ungemütlicher gestalteten. Doch jetzt können wir uns erst einmal zurücklehnen und verschnaufen. Bis wir uns dann auf das nächste Projekt konzentrieren...


Zur Zeit besteht eines darin, die Vorbereitungen für unseren Internet-Anschluss zu treffen. Weil wir zur Zeit ohne zurecht kommen müssen, gibt es dieses Mal auch keine Fotos; wir werden in den nächsten Tagen nachträglich welche einfügen ;-) Als wir am Freitag den Techniker unseres Internet-Anbieters zur Neukodierung am Haus hatten (für die nicht länger auf den Mount Gabriel, sondern auf einen anderen Berg gerichtete Antenne (noch etwas "Verdrehtes")), monierte er, dass der von Jens eilig aufgerichtete Pfahl mit der Antenne nicht fest genug stünde und das 30 Meter lange Kabel zum Haus nicht vor Nagetieren sicher sei. Also wieder los - zum Glück nicht wieder ganz bis Clonakilty, wo das Kabel zu beschaffen war; aber immerhin doch bis Skibbereen, um ein Rohr für das Kabel und Zement für den Pfahl zu kaufen. Dann noch ein Abstecher zum Steinbruch, denn vernünftigen Sand zum Anmischen bekommt man dort in kleinen Mengen umsonst. Und schließlich noch zu unserem Lager, um die notwendigen Werkzeuge zusammen zu stellen. Seit gestern steht nun der Pfahl, das Kabel ist Nagersicher verlegt... Jetzt fehlt nur noch der Techniker, um den Router zu programmieren. Und weil Wochenende ist, schreibt Jens diesen Text bei Julian und im Café "Budds", damit Ihr ihn heute lesen könnt.
Nicht viel Platz, aber gemütlich: Unser neues Zuhause

Hoffen wir also alle zusammen auf eine besinnliche, politisch ruhige und friedliche Weihnachtszeit und ein gesundes Neues Jahr!
Ein warmer Dezembertag lädt zum Öffnen der Türen ein

Sonntag, 6. November 2016

Wir ziehen um!


Nein, wir haben noch nicht unsere endgültige Bleibe. - Aber wir sind auf dem Weg dorthin. Halt! Bevor jemand in Jubelstürme ausbricht - noch ist nichts sicher. Und deswegen schreiben wir heute erst einmal über unsere nächste Zwischenstation.
Zwar ziehen wir im Dezember in ein wesentlich kleineres Haus, in dem wir noch nicht einmal unsere Möbel unterbringen können, aber immerhin können wir dann auf dem Weg zum neuen Domizil (Bildmitte) diesen Blick genießen:
Von unserem jetztigen Haus in Rossbrin sind es nur eineinhalb Kilometer bis Cappaghglass, wo wir wohnen werden. Der Hauptgrund für den Umzug: Im Winter ist unser Haus in Rossbrin ungemütlich und teuer zu heizen; Ende des letzten Winters haben wir deshalb beschlossen, nicht noch einen weiteren zu bleiben. Natürlich hatten wir dabei im Kopf, nun endlich unser eigenes Haus zu besitzen. Allerdings haben uns die Wirren um den Brexit dabei einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der Immobilienmarkt war die meiste Zeit des Jahres über platt, ausgelaugt. Im Sommer haben wir dann das freundliche Angebot eines Bekannten angenommen, in sein Gästehaus einzuziehen - bis wir unser Traumhaus gefunden haben würden (zur Erinnerung: Das Haus in Rossbrin ist nicht nur zur Miete sondern auch zum Kauf angeboten - wir saßen sozusagen drei Jahre lang auf wackeligen Stühlen). Anstatt weiter mit dieser Unsicherheit zu leben, können wir uns in ein paar Wochen an einer Fußbodenheizung und dichten Fenstern erfreuen - und zahlen nur etwa die Hälfte der bisherigen Miete.
Jetzt sind wir dabei, unser Habe auf verschiedene Orte zu verteilen; in einem nahen Lager stehen bereits die ersten Regale mit Werkzeugen und Baumaterialen. Einen Teil der Möbel lagern wir bei unserem Freund Julian ein, Teppiche und Boots-Matratzen kommen bei Rui und Anke unter. Der Rest wird verschenkt oder verkauft. Es ist doch immer wieder erstaunlich, was man über die Jahre so alles ansammelt!
Panorama von Süden nach Nordwesten
Panorama von Osten nach Südwesten
Auf den Fotos oben seht Ihr unsere geliebte Bucht von Rossbrin, die also weiterhin nicht weit sein wird. Und von hier aus nutzen wir immer noch das herrlich trockene (sic!) Wetter und segeln mit der Godenwind, die an ihrem Liegeplatz unterhalb der Burgruine schon so manchen Sommersturm schadlos überstanden hat.
 Castle Island vor dem wolkenverhangenen Mount Gabriel
Eines noch: Seitdem wir in Rossbrin wohnen, geht unsere Post an die Adresse 2 Rossbrin, Schull, County Cork. Obwohl wir jetzt umziehen und unser für Cappaghglass zuständiges Post Office das von Ballydehob sein wird, behalten wir die alte Postadresse zunächst bei. Das heißt, ihr könnt Eure Postkarten weiterhin nach Rossbrin schicken.


P.S. Das nächste Mal werden wir Euch erzählen, warum wir jetzt unter die Bäumepflanzer und Heckenpfleger gegangen sind...